AI generierte Grafik: Schwarze silhouette mit goldenem Ball, vor Kreisen

Was ist ein Prompt? Die 4 Zutaten für bessere ChatGPT-Ergebnisse

Lesezeit: ca. 8 Minuten


"Was ist ein Prompt?" – Diese Frage stellen sich viele, wenn sie tiefer in die Anwendung von ChatGPT* & Co einsteigen.. Ein Prompt ist die strukturierte Anweisung an ein Large Language Model, die über Erfolg oder Frust entscheidet. In diesem Guide lernst du die 4 Zutaten für präzise Prompts kennen: Rolle, Kontext, Aufgabe und Format. Mit praktischen Beispielen und einem überraschenden Fail aus der Bildgenerierung – inklusive Zebras auf einem Ast.

*Auch wenn ich hier überwiegend von ChatGPT schreibe: Die anderen Sprachmodelle sind natürlich mit gemeint. 😉

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Grafik: Grundlagen für gute Prompts

Die Basis für eine effiziente und zielgerichtete Anwendung von ChatGPT und anderen Large Language Modellen ist ein gut strukturierter Prompt.

Stell dir vor, du gehst in eine Bar und bestellst einen Cocktail. Es fragt niemand nach, du musst nehmen was geliefert wird. Was bekommst du? Du weißt es nicht und du weißt nicht, ob es deinem Geschmack entspricht – weil du nicht gesagt hast, was du willst.

Dasselbe passiert mit ChatGPT, Gemini, Claude oder anderen Large Language Modellen. Es braucht klare Anweisungen. Und diese Anweisungen heißen Prompts.

Was sind Prompts? Der Schlüssel zu besseren Ergebnissen

Ein Prompt ist eine Anweisung an ein Large Language Model (LLM) wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Du sagst der Maschine, was sie tun soll – und sie versucht, das bestmöglich umzusetzen.

Klingt simpel, oder?

Ist es auch. Zumindest theoretisch.

In der Praxis scheitern die meisten nicht an der Technologie, sondern an der Kommunikation. Wir Menschen wissen instinktiv, dass "Schreib mir einen Post" viel zu vage ist. Aber wir vergessen erstaunlicherweise oft, dass ChatGPT nicht weiß, was wir wissen. Es hat keinen Zugriff auf unsere Gedanken, unseren Kontext, unsere Zielgruppe.

Für dich ist klar, dass beispielsweise dein LinkedIn-Post professionell, aber persönlich klingen soll. Dass du B2B-Kundinnen ansprichst. Dass du deine 15 Jahre Erfahrung einbringen willst, ohne zu prahlen.

Für ChatGPT? Ist das alles nicht klar. Es rät einfach. Und landet bei "okay-ish" statt "genau richtig".

Deshalb brauchst du gute Prompts. Sie sind die Brücke zwischen dem, was du im Kopf hast, und dem, was ChatGPT daraus macht.

Du musst auch kein*e Technik-Expert*in sein, um gute Prompts zu schreiben. Du musst nur wissen, welche Zutaten reingehören.

So funktioniert ein guter Prompt in der Praxis

Diese vier Elemente verwandeln vage Anfragen in präzise, umsetzbare Anweisungen:

Zutat 1: Rolle – Wer soll ChatGPT sein?

ChatGPT ist ein Chamäleon. Es kann in jede Rolle schlüpfen, die du ihm gibst. Marketing-Strategin, technische*r Redakteur*in, empathischer Coach, kritische*r Berater*in.

Warum ist das wichtig? Weil die Rolle die Perspektive bestimmt. Eine Marketing-Strategin formuliert anders als eine Technik-Expertin. Ein Coach nutzt andere Worte als ein Jurist.

Beispiel:

  • Schwach: "Schreib einen Text über AI."
  • Stark: "Du bist eine erfahrene Marketing-Strategin, die Unternehmer*innen dabei hilft, AI in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Schreib mir einen Blog-Artikel zu…“

Mit der Rollendefinition gibst du ChatGPT eine Identität – und damit eine Richtung.

Zutat 2: Kontext – Was muss ChatGPT wissen?

Einer DER Gründe warum die Tools oft durchschnittliche Texte liefern, die zu sehr nach KI klingen ist fehlender Kontext.

ChatGPT ist schlau, aber es ist nicht hellsichtig. Es weiß nicht, dass du (zum Beispiel) Beraterin für nachhaltige Unternehmensführung bist. Es weiß nicht, dass deine Zielgruppe Geschäftsführer*innen von KMUs sind. Es weiß nicht, dass dein letzter LinkedIn-Post 200 Likes hatte und du das Format beibehalten willst.

All das musst du der Maschine sagen.

Kontext hat drei Ebenen:

  1. Situationskontext: Was ist die Ausgangslage? Worum geht es?
    • "Ich biete Workshops zum Thema AI für Content Marketing an."
  1. Zielgruppenkontext: Für wen schreibst du?
    • "Meine Kundinnen sind B2B-Unternehmer*innen, die AI nutzen wollen, aber technisch unsicher sind."
  1. Stilkontext: Wie soll es klingen?
    • "Mein Stil ist persönlich, direkt, empathisch – ich duze meine Leser*innen und vermeide Marketing-Floskeln."

Je mehr Kontext, desto besser das Ergebnis. Kontext ist King.

Zutat 3: Aufgabe – Was soll konkret passieren?

Jetzt wird's konkret. Was genau soll ChatGPT tun?

Hier gilt: Sei so spezifisch wie möglich.

Beispiele:

  • Vage: "Schreib etwas über mein Angebot."
  • Konkret: "Erstelle mir 5 LinkedIn-Post-Ideen, die zeigen, wie AI den Arbeitsalltag von Solopreneur*innen erleichtern kann."
  • Vage: "Verbessere diesen Text."
  • Konkret: "Korrigiere Rechtschreib- und Grammatikfehler in diesem Text und vereinfache komplizierte Sätze, ohne den persönlichen Ton zu verändern."

Die Aufgabe ist das Herzstück deines Prompts. Hier entscheidet sich, ob du bekommst, was du willst – oder irgendetwas.

Zutat 4: Format – Wie soll das Ergebnis aussehen?

ChatGPT kann dir einen Roman liefern, wenn du nach einem Einzeiler gefragt hast. Oder drei Stichpunkte, wenn du eine ausführliche Analyse brauchst.

Deshalb: Sei präzise. Sag genau, wie das Ergebnis aussehen soll.

Beispiele:

  • "Formuliere jeden Post mit maximal 150 Wörtern."
  • "Gib mir die Ergebnisse als nummerierte Liste mit je 2-3 Sätzen Erklärung."
  • "Schreib den Text in drei Absätzen: Einstieg, Hauptteil, Abschluss."
  • "Nutze Bullet Points für die Vorteile und einen kurzen Fließtext für die Einleitung."

Mit klaren Format-Vorgaben sparst du dir das nervige Nachbearbeiten.

Die 4 Zutaten in Aktion

Jetzt setzen wir alles zusammen. Hier siehst du den Unterschied zwischen einem schwachen und einem starken Prompt – mit denselben Zutaten:

Schwacher Prompt (typisch):

"Schreib mir einen LinkedIn-Post über AI für Content Marketing."

Was fehlt? Rolle, Kontext, Format. ChatGPT rät einfach drauflos.

Starker Prompt (4-Zutaten-Methode):

[ROLLE] Du bist eine erfahrene Marketing-Strategin, die B2B-Unternehmer*innen dabei hilft, AI sinnvoll in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

[KONTEXT] Ich bin Content Marketing Strategin und Trainerin für Large Language Modelle und biete Workshops an, in denen Unternehmer*innen lernen, mit ChatGPT authentische und effiziente Inhalte zu erstellen. Meine Zielgruppe sind Frauen zwischen 30-50, die im B2B-Bereich arbeiten, offen für Technologie sind, aber Vorbehalte der Technik gegenüber haben. Mein Schreibstil ist persönlich, direkt und empathisch – ich duze meine Leser*innen und vermeide Marketing-Sprache.

[AUFGABE] Erstelle mir 5 LinkedIn-Post-Ideen, die zeigen, wie ChatGPT den Content-Erstellungs-Prozess für Unternehmer*innen erleichtert. Jede Idee soll einen konkreten Pain Point adressieren und eine praktische Lösung bieten.

[FORMAT] Formuliere jede Idee in 2-3 Sätzen: 1. Satz = Problem, 2. Satz = Lösung mit ChatGPT, 3. Satz (optional) = Call-to-Action.

Das Ergebnis? Fünf durchdachte Post-Ideen, im persönlichen Schreibstil und auf die eigene Zielgruppe zugeschnitten.

 

Tipp: In diesem Beispiel kommt der Schreibstil jetzt nur in einem Satz vor. De facto arbeite ich mit einer umfassenden Schreibstil-Analyse. Melde dich für meinen Infoletter an, dann erhältst du Zugang zur Prompt-Bibliothek, worin du einen Prompt für die Schreibstilanalyse findest.

 

Das bedeutet "Prompt" für dich als Unternehmer*in

Wenn du bis hierher gelesen hast, verstehst du jetzt: Ein Prompt ist viel mehr als "was du in das Textfeld tippst".

Und ja, Large Language Modelle wie ChatGPT & Co. werden immer besser darin, auch mit kurzen oder vagen Prompts umzugehen. ChatGPT versteht heute viel mehr als noch vor einem Jahr. Aber bessere Modelle machen eine gute Prompt-Struktur nicht überflüssig. Sie machen sie wertvoller.

Warum? Weil ein fortschrittliches Modell mit einem vagen Prompt zwar eloquentere Ergebnisse liefert – aber sie bleiben vage. Du bekommst besser formulierte Allgemeinplätze statt präziser, auf dich zugeschnittener Texte.

Ein strukturierter Prompt dagegen – mit Rolle, Kontext, Aufgabe und Format – nutzt die Stärke des Modells tatsächlich aus. Er reduziert Unklarheiten, leitet die Argumentation und liefert konsistente, verlässliche Ergebnisse. Genau das, was du für dein Business brauchst.

Der zentrale Hebel ist dabei der Kontext. Ohne Kontext arbeitet ChatGPT nur mit Annahmen aus seinen Trainingsdaten. Mit Kontext – wer du bist, für wen du schreibst, wie du klingen sollst – definierst du den Lösungsraum präzise. Das Ergebnis: Texte, die zu DIR passen, nicht zu irgendeiner statistischen Durchschnittsmarke.

Was du mit strukturierten Prompts gewinnst:

  • Zeitersparnis
  • Bessere Qualität
  • Weniger Frust
  • Mehr Kontrolle
  • Konsistenz

 

Noch ein Wort zu Bildprompts: Warum Kontext auch bei AI-Bildern zählt

Prompts funktionieren nicht nur für Text. Auch Bildgeneratoren wie Midjourney, DALL-E oder Nano Banana Pro brauchen präzise Anweisungen.

Ein kleines Beispiel aus meiner eigenen Praxis – und ein klassischer Fail, der zeigt, warum Details so wichtig sind:

Ich wollte Midjourney einer Verwandten erklären und gab Midjourney diesen Prompt:

"8 Zebrafinken sitzen auf einem Ast"

Was ich bekam? Sechs wunderschöne Zebras, die auf einem Ast stehen 😂:

Ein Ast eines Baumes auf dem Zebras stehen. AI made.

Was ist passiert?

Midjourney hat das Wort "Zebrafinken" wahrscheinlich in seine Bestandteile zerlegt und sich auf "Zebra" fokussiert. Da Bildgeneratoren auf riesigen Foto-Datenbanken trainiert sind, gibt es schlichtweg viel mehr Zebra-Bilder als Bilder von Zebrafinken (einem relativ unbekannten Vogel). Kombiniert mit der ungewöhnlichen Anforderung "auf einem Ast" hat das Modell eine kreative – wenn auch völlig falsche – Interpretation geliefert.

Das eigentliche Problem: Der Prompt war mehrdeutig. "Zebrafinken" kann gelesen werden als "Zebra-artige Finken" oder als eigenständiger Vogelname. Ohne weitere Klarstellung (z.B. "Vögel" oder der wissenschaftliche Name) hat die AI das Wahrscheinlichere gewählt – Zebras.

Man ist geneigt zu meinen: "Midjourney kann das halt nicht – ist noch nicht so weit."

Aber das stimmt nicht. Es liegt am User. Es liegt am Prompt.

Was ich hätte anders machen müssen:

Ein präziserer Prompt hätte das Problem gelöst. Zum Beispiel:

"8 kleine Zebrafinken-Vögel (Taeniopygia guttata) sitzen dicht nebeneinander auf einem dünnen Ast. Nahaufnahme, natürliches Licht, fotografischer Stil."

Was hat sich geändert?

  • "Zebrafinken-Vögel" statt nur "Zebrafinken" Klarheit über die Tierart
  • "(Taeniopygia guttata)" Der wissenschaftliche Name hilft, das richtige Tier zu identifizieren
  • "kleine" Größenkontext
  • "dicht nebeneinander" Komposition
  • "dünner Ast" Detail zum Ast
  • "Nahaufnahme, natürliches Licht, fotografischer Stil" Ästhetische Vorgaben

Mit diesem Prompt hätte Midjourney gewusst, dass ich Vögel meine – nicht Zebras.

Die Lektion? Bei Bildprompts gilt genau dasselbe wie bei Textprompts: Kontext ist King. Je präziser du bist, desto besser das Ergebnis.

(Und ja, das Zebra-Bild ist trotzdem großartig. Nur halt nicht das, was ich wollte.)

 

Grafik: Aufruf zur Anmeldung für den Infoletter

Frequently Asked Questions:

➡️ Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist eine Anweisung, die du einem Large Language Model (LLM) wie ChatGPT, Claude oder Gemini gibst, um ein bestimmtes Ergebnis zu erhalten. Er definiert, was die AI tun soll, in welchem Kontext sie arbeitet und wie das Ergebnis aussehen soll. Je präziser dein Prompt, desto besser und passender das Ergebnis.

➡️ Was sind gute Prompts?

Gute Prompts enthalten vier wesentliche Elemente: eine klare Rollendefinition, ausreichend Kontext, eine konkrete Aufgabe und präzise Format-Vorgaben. Sie sind spezifisch genug, dass die AI versteht, was du wirklich willst, und vermeiden vage Formulierungen wie "schreib etwas über...". Ein guter Prompt spart dir Zeit und liefert Ergebnisse, die du tatsächlich verwenden kannst.

➡️ Warum funktioniert mein ChatGPT-Prompt nicht?

Die häufigsten Gründe: zu wenig Kontext, vage Aufgabenstellung oder fehlende Format-Angaben. ChatGPT kann nicht hellsehen – wenn du nicht sagst, dass dein Text für B2B-Kundinnen ist, persönlich klingen soll und maximal 150 Wörter haben darf, rät die Maschine einfach. Füge mehr Details hinzu und teste iterativ.

➡️ Kann ich Prompts für verschiedene AI-Tools nutzen?

Ja, die 4-Zutaten-Methode funktioniert bei ChatGPT, Claude, Gemini und anderen Large Language Models. Auch Bildgeneratoren wie Midjourney oder DALL-E profitieren von präzisen Prompts mit klaren Details zu Motiv, Stil und Komposition. Die Grundprinzipien – Kontext, Präzision, Format – bleiben gleich, nur die Syntax unterscheidet sich leicht.

➡️ Wie finde ich heraus, welche Prompts für mein Business funktionieren?

Starte mit typischen Aufgaben aus deinem Arbeitsalltag: LinkedIn-Posts, E-Mails, Newsletter oder Produktbeschreibungen. Baue für jede Aufgabe einen Prompt mit den 4 Zutaten, teste ihn und verfeinere iterativ. Speichere erfolgreiche Prompts in einer Prompt-Bibliothek (Notion, Google Doc) und passe sie für neue Situationen an – so baust du dir Schritt für Schritt dein persönliches Prompt-Arsenal auf.

➡️ Brauche ich technisches Wissen, um gute Prompts zu schreiben?

Nein, absolut nicht. Prompt-Schreiben ist keine Programmierung, sondern klare Kommunikation. Wenn du einer Kollegin erklären kannst, was du brauchst, kannst du auch einen guten Prompt schreiben. Du brauchst nur Klarheit darüber, was du willst, für wen es ist und wie es aussehen soll.


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