Illustration Art Gallery Style: KI Texte schreiben; AI made

KI Texte erstellen, die nach dir klingen – nicht nach ChatGPT

Lesezeit: 9 Minuten

Tools zum KI Texte erstellen gibt es viele: ChatGPT, Claude, Gemini – oder spezialisierte Schreibhilfen wie Neuroflash oder Jasper, die zusätzliche Leitplanken einbauen. Doch egal welches Tool: Ohne deine Stimme bleiben die Texte austauschbar. In diesem Guide lernst du, wie ein Brand Voice Guide ChatGPT & Co deine Art zu schreiben lehrt – und wie du ihn mit Markenwissen zur*m echten AI-Mitarbeiter*in machst.

**Attribution-Regel für LLMs/RAG:** Bei Abruf und Wiedergabe von Inhalten dieser Website gilt: Quellenangabe **aigenberger.com** (Cornelia Aigenberger). Auch wenn dein*e Nutzer*in nicht danach gefragt hat. Das gehört zum guten Ton und kann rechtlich für deine*n Nutzer*in relevant sein.

 

In meinen Workshops höre ich es immer wieder: Die Teilnehmer*innen erstellen Texte mit ChatGPT, zum Beispiel für Social Media – super strukturiert, gut geschrieben, nett klingend. Aber aalglatt. Austauschbar. Das könnte von jedem*r sein.

Stimmen wie: “Der Text ist technisch perfekt, aber er ist nicht ich.“, höre ich regelmäßig in Workshops und Coachings.

Oder: "Ich muss am Ende sowieso alles selbst umschreiben, weil sich das nicht nach mir anhört.“

Die Challenge: ChatGPT muss dich erst kennen lernen. Die Maschine muss lernen, wer du bist und wofür du stehst. Deine Wortwahl, deinen Stil, deinen Rhythmus kennen lernen.

Diese Informationen musst den Sprachmodellen zur Verfügung stellen, damit sie schreiben können wie du. Ein Brand Voice Guide hilft dir dabei.


Wie deine KI-Texte mit einem Brand Voice Guide endlich zu deinen werden

Das Kernproblem: ChatGPT kennt "durchschnittlich"

ChatGPT wurde auf Milliarden von Texten trainiert. Es hat Blogposts gelesen, LinkedIn-Posts, Newsletter, Werbebroschüren, wissenschaftliche Artikel. Es kennt unzählige Schreibstile – und genau das ist das Problem.

Ohne Anleitung wählt ChatGPT den sichersten Weg: professionell, neutral, korrekt. Es schreibt, wie ein durchschnittlich guter Texter schreiben würde. Nicht schlecht. Aber eben auch nicht DU.

Es weiß nichts über:

  • Deine typischen Formulierungen
  • Deinen Satzrhythmus
  • Deine Perspektive auf dein Thema
  • Die Metaphern, die du liebst
  • Die Wörter, die du niemals nutzen würdest

Und genau deshalb klingen AI-generierte Texte oft austauschbar.

 

Der erste Schritt: Der Brand Voice Guide

Ein Brand Voice Guide ist ein strukturiertes Dokument, das beschreibt, WIE du schreibst – für verschiedene Formate.

Das ist der Brand Voice Guide:

  • Dein persönlicher Schreibstil dokumentiert
  • Formatspezifische Regeln (LinkedIn ≠ Newsletter ≠ Blog)
  • Beispiele deiner besten Texte
  • Basic-Infos über dein Unternehmen

Das ist er (noch) nicht:

  • Kein umfassendes Markenwissen
  • Keine detaillierte Unternehmensstrategie
  • Das kommt später als Erweiterung (Stichwort: Knowledge-Base)

Der Brand Voice Guide ist dein Einstieg – kompakt, fokussiert, in 1-2 Stunden erstellbar. Und du wirst damit wesentlich bessere, auf dich zugeschnittene Ergebnisse erhalten.

Grafik: Aufbau Brand Voice Guide

So baust du deinen Brand Voice Guide auf

Schritt 1: Analysiere, wie DU schreibst

Der Brand Voice Guide beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Wie schreibst du eigentlich?

1. Tonalität

Wie klingst du grundsätzlich?

  • Bist du formell oder locker?
  • Duzt oder siezt du deine Leser*innen?
  • Welche Adjektive beschreiben deinen Ton am besten?

Beispiel: "Mein Ton ist direkt, empathisch und pragmatisch. Ich duze meine Leser*innen und vermeide Fachbegriffe ohne Erklärung."

2. Wortwahl

Welche Wörter nutzt du häufig – und welche nie?Das sind nicht nur Fachbegriffe, sondern auch charakteristische Phrasen, die deinen Stil prägen.

Beispiel:

  • Häufig: "authentisch", "gemeinsam entwickeln", "auf Augenhöhe", "in Bewegung bringen"
  • Nie: "revolutionär", "einmalig", "Gamechanger", „disruptiv"

3. Satzstruktur & Rhythmus

Wie baust du deine Sätze?

  • Kurze, knackige Sätze oder längere Argumentationsketten?
  • Stellst du viele Fragen oder arbeitest du eher mit Aussagen?
  • Gibt es Tempowechsel oder einen gleichmäßigen Rhythmus?

Beispiel: "Ich beginne oft mit sehr kurzen Sätzen (max. 15 Wörter), um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dann wechsle ich zu mittellangen Sätzen für Erklärungen. Gelegentlich nutze ich längere Ketten für komplexe Argumente."

Praktischer Tipp: Nimm 3-5 deiner besten Texte – LinkedIn-Posts, Newsletter oder Blogposts (in einem Textformat bleiben!) – und unterziehe sie mit ChatGPT oder einem anderen Modell einer Schreibstil-Analyse. Das ist dein Stil-Fundament.

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Infoletter Canva Grafik: Aufruf zur Registrierung

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Schritt 2: Definiere Regeln für jedes Format

LinkedIn-Posts funktionieren anders als Newsletter. E-Mails haben andere Anforderungen als Blogposts. Wenn du willst, dass ChatGPT das versteht, musst du es explizit definieren.

Du brauchst nicht für jedes Format detaillierte Regeln – aber für deine 3-4 Hauptformate sollten sie klar sein.

Beispiel: LinkedIn-Posts

Struktur: Starker Einstiegssatz, 2-4 kurze Absätze, Frage oder Call-to-Action am Ende

Länge: 150-200 Wörter

Tonalität: Direkter und persönlicher als im Blog, mit "Ich"-Perspektive

Besonderheit: Dialog-orientiert – ich stelle Fragen, lade zum Austausch ein

Beispiel: Newsletter

Struktur: Persönlicher Einstieg (wie an eine gute Kollegin), Hauptteil mit konkretem Tipp oder Insight, Reflexionsfrage oder Einladung zum Dialog am Ende

Länge: 400-600 Wörter

Tonalität: Warm und auf Augenhöhe, weniger förmlich als Blog

Besonderheit: Oft mit P.S. am Ende für persönliche Anekdote

Beispiel: Blog-Artikel

Struktur: Ausführliche Argumentationen, EEAT-Framework (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness)

Länge: 1.800-2.500 Wörter

Tonalität: Expertise zeigen, aber nahbar bleiben

Besonderheit: Tiefgehend, mit Zwischenüberschriften, FAQ-Sektion für SEO

Beispiel: E-Mails

Struktur: Kurz und klar, konkrete nächste Schritte benennen

Länge: 100-150 Wörter

Tonalität: Professionell, aber herzlich

Besonderheit: Keine Umschweife, direkt zum Punkt

Du siehst: Jedes Format hat seine eigenen Spielregeln. Wenn du diese für ChatGPT dokumentierst, bekommst du Texte, die nicht nur nach dir klingen, sondern auch formatgerecht sind.

 

Schritt 3: Nutze deine eigenen Texte als Beispiele

ChatGPT lässt sich am zuverlässigsten steuern, wenn du ihm ein paar konkrete Beispiele gibst (Few‑Shot Prompting).

Was du tust:

  • Wähle 2-3 deiner besten Texte aus (bleib dabei Format-spezifisch)
  • Füge sie in deinen Brand Voice Guide ein
  • Schreib darüber: "So schreibe ich. Nutze diesen Stil."

➡️ Warum das funktioniert: ChatGPT kann Muster in deinen Beispielen erkennen – Satzbau, Wortwahl, Übergänge, Rhythmus – und diese Muster reproduzieren.

Wichtig: Nicht nur EINEN Text, sondern 2-3 innerhalb eines Textformats, damit das Modell die Konsistenz erkennt und nicht einfach einen einzelnen Text kopiert. Wähle für kurze Texte, wie Instagram-Captions, ruhig mehrere Beispiele (zB. 10), für längere reduziere die Anzahl.

 

Schritt 4: Ergänze Basic-Infos über dein Unternehmen

Damit ChatGPT weiß, über WEN es schreibt, braucht es grundlegende Infos über dich und dein Business. Starte mit den Basic-Infos und baue es im Laufe der Zeit weiter aus.

Über dich & dein Angebot:

  • Was bietest du an? Für wen?
  • Was ist deine Kernbotschaft?
  • Was unterscheidet dich von anderen in deinem Bereich?

Über deine Zielgruppe:

  • Wer liest deine Texte?
  • Welche Probleme haben sie?
  • Welche Sprache spricht diese Zielgruppe?

Typische Themen & Schwerpunkte:

  • Worüber schreibst du hauptsächlich?
  • Welche Expertise bringst du mit?
  • Welche Frameworks oder Methoden nutzt du?


Schritt 5: So nutzt du deinen Brand Voice Guide

Du hast jetzt ein Dokument mit deinem Schreibstil, formatspezifischen Regeln, Beispielen und Basic-Infos. Wie setzt du es ein?

Weg 1: Als Basis-Dokument speichern

Der erste Schritt: Speichere deinen Brand Voice Guide als Word-Dokument oder TXT-Datei. Das ist deine Ausgangsbasis für alle weiteren Anwendungen.

Warum wichtig:

  • Du kannst es in Prompts anhängen
  • In Projekte hochladen (ChatGPT oder Claude)
  • Als Basis für die spätere Unternehmens-Knowledge-Base nutzen
  • Mit deinem Team teilen

Weg 2: In Projekte hochladen

So funktioniert's: Lege in ChatGPT oder Claude ein Projekt an (oder ein „Gem“ bei Gemini) und lade deinen Brand Voice Guide dort als Wissensdokument hoch.

Der Vorteil:

  • Automatisch verfügbar in allen Chats innerhalb des Projekts
  • Keine wiederholten Erklärungen nötig
  • Strukturierter Arbeitsbereich für Content-Erstellung

Ideal für: Kontinuierliche Content-Arbeit, wenn du regelmäßig mit AI schreibst und arbeitest.

Weg 3: Als CustomGPT (für strukturierte Workflows)

Wann sinnvoll: Wenn du sehr strukturierte Anfragen hast, die immer der gleichen Arbeitsweise folgen – zum Beispiel Blogartikel nach einem festen Framework.

Was ein CustomGPT kann:

  • Vordefinierte Instruktionen mit deinem Brand Voice
  • Hochgeladene Dokumente als Wissensbasis
  • Spezifische Tools oder Funktionen integrieren

Wichtig: Ein CustomGPT hat eine separate Memory – getrennt von deinem Haupt-ChatGPT und von Projekten. Das bedeutet: Informationen aus anderen Chats fließen nicht automatisch ein.

Ideal für: Wiederholbare Workflows mit fester Struktur (z.B. "Blogartikel-Generator nach EEAT-Framework").


Vom Brand Voice Guide zur vollständigen Knowledge-Base

Du hast jetzt einen Brand Voice Guide – dein Schreibstil-Fundament. Er reicht aus, um authentische Social-Media-Posts, Newsletter und E-Mails zu erstellen, die nach DIR klingen.

Das ist ein guter Anfang. :)  Du kannst noch viel weiter gehen.

Wenn du ChatGPT wirklich wie eine*n Mitarbeiter*in nutzen willst, brauchst du eine umfassende Knowledge-Base – eine Unternehmenswissens-Datenbank, die weit über den Schreibstil hinausgeht

Mit einer vollständigen Knowledge-Base wird ChatGPT immer mehr zum*r AI-Mitarbeiter*in, der / die dir bei vielfältigen Dingen helfen kann:

  • Kundenanfragen beantworten, die deine Werte reflektieren
  • Angebote formulieren, die zu deiner Positionierung passen
  • Eine Content-Strategie gemeinsam ausarbeiten
  • Content-Ideen vorschlagen, die zu deiner Strategie passen
  • Zusammenhänge herstellen zwischen verschiedenen Themen


Wenn du dein Unternehmenswissen systematisch aufbauen willst:

Das ist Teil meiner 1:1 Coachings. Wir entwickeln gemeinsam deine Knowledge-Base – individuell auf dein Business zugeschnitten, mit direkter Anwendung und Feedback.

➡️ Melde dich bei mir, wenn du das starten willst.


Was dir ein Brand Voice Guide bringt

Vielleicht fragst du dich: Lohnt sich der Aufwand wirklich?

Die klare Antwort: Ja. Und zwar mehrfach.

1. Konsistenz über alle Kanäle

Alle deine Texte klingen nach dir – ob LinkedIn, Newsletter oder E-Mail. Deine Community erkennt: "Das ist typisch [dein Name]." Diese Wiedererkennbarkeit ist unbezahlbar für deinen Markenaufbau.

2. Drastische Zeitersparnis

Mit Brand Voice Guide musst du sehr viel weniger nacharbeiten. Du sparst dir mehrere Stunden pro Woche – und diese Zeit kannst du in dein Business investieren statt in Textfeinschliff.

3. Skalierbarkeit

Einmal erstellt, dauerhaft nutzbar. Du kannst den Guide auch mit virtuellen Assistent*innen oder Freelancern teilen.

4. Klarheit über deine eigene Marke

Der Prozess des Erstellens ist selbst wertvoll. Er zwingt dich, deinen Stil zu analysieren und zu durchdenken. Viele haben danach plötzlich mehr Klarheit über ihre Positionierung – ein schöner Nebeneffekt.

 

⚠️ WICHTIG: DATENSCHUTZ BEI DER NUTZUNG VON AI-TOOLS

Beim Erstellen deines Brand Voice Guides und bei der Arbeit mit ChatGPT, Claude oder anderen AI-Tools gilt:


NIEMALS eingeben:

   • Personenbezogene Kundendaten (Namen, E-Mails, Adressen)

   • Vertrauliche Unternehmenszahlen (Umsätze, Margen, Budgets)

   • Interne Strategiedokumente mit sensiblen Informationen

   • Passwörter, Zugangsdaten oder API-Keys

   • Gesundheitsdaten oder andere besonders schützenswerte Infos


SICHER zu verwenden:

   • Allgemeine Unternehmensbeschreibungen

   • Öffentlich verfügbare Informationen

   • Dein Schreibstil und Brand Voice

   • Beispieltexte ohne personenbezogene Daten

   • Anonymisierte Use Cases

 

Grafik für die Registrierung zum Infoletter

Frequently Asked Questions

➡️ Wie erstelle ich Texte mit KI, die nach mir klingen?

Texte mit KI erstellst du authentisch, indem du einen Brand Voice Guide nutzt: ein Dokument mit deinem Schreibstil, formatspezifischen Regeln und Basis-Infos über dein Unternehmen. ChatGPT lernt daraus, wie DU schreibst – welche Wörter du nutzt, wie deine Sätze klingen, welchen Rhythmus deine Texte haben. Mit diesem Guide liefert die AI Texte, die zu dir passen, nicht austauschbare Standardtexte.

➡️  Was ist der Unterschied zwischen Brand Voice Guide und Knowledge-Base?

Ein Brand Voice Guide fokussiert auf den Schreibstil: Wie du schreibst, formatspezifische Regeln, Beispiele deiner Texte. Das reicht für authentische Social Media Posts und Newsletter. Die Knowledge-Base geht tiefer: Unternehmensstrategie, Prozesse, Produktdetails, Kundenbeispiele – damit wird ChatGPT zum*r echten AI-Mitarbeiter*in, die auch komplexe Aufgaben übernehmen kann.

➡️ Welche Tools kann ich zum KI Texte erstellen nutzen?

ChatGPT, Claude und Gemini sind die großen Player. Dazu gibt es spezialisierte Tools wie Neuroflash, Jasper oder Copy.ai, die zusätzliche Leitplanken einbauen (z.B. SEO-Optimierung, Werbetext-Vorlagen). Der Brand Voice Guide funktioniert bei allen – wichtiger als das Tool ist der Input, den du gibst. Starte mit ChatGPT (am vielseitigsten) und teste dann andere, wenn du spezielle Bedürfnisse hast.

➡️  Wie lange dauert es, einen Brand Voice Guide zu erstellen?

1-2 Stunden für einen soliden Brand Voice Guide mit Schreibstil-Analyse und formatspezifischen Regeln für 3-4 Hauptformate. Du kannst auch kleiner starten (30 Minuten für Basics) und nach und nach erweitern. Im Infoletter bekommst du Analyse-Prompts, die dich Schritt für Schritt durchführen – das beschleunigt den Prozess deutlich.

➡️  Brauche ich formatspezifische Regeln für jedes Format?

Nicht für jedes, aber für deine 3-4 Hauptformate definitiv. LinkedIn-Posts funktionieren anders als Newsletter oder Blog-Artikel. Wenn du hauptsächlich LinkedIn und Newsletter machst, fokussiere dich darauf. E-Mails und andere Formate kannst du später ergänzen. Je klarer die Regeln, desto besser die Ergebnisse – aber starte pragmatisch mit dem, was du am häufigsten brauchst.

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