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Ich sag's gleich vorneweg: Wenn du schnell mal einen LinkedIn-Beitrag mit AI-Unterstützung schreiben willst, musst du erst mal Zeit in die Vorbereitung investieren. Aber diese 2-3 Stunden holst du in den ersten Wochen locker wieder rein. Danach ist es tatsächlich in 15 Minuten pro Post möglich.
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Warum "schnell mal ein Beitrag mit AI" nicht funktioniert
Manche denken: "Ich brauche einen guten Prompt für LinkedIn-Posts." Das ist nur die halbe Wahrheit. Was hier noch fehlt, sind zwei Dinge: Kontext und Strategie.
ChatGPT kann nur so gut schreiben wie die Informationen, die du der Maschine gibst. Wenn sie nicht weiß, wer du bist, für wen du schreibst und wie du klingst, bekommst du generische Texte. Texte, die nach AI aussehen. Texte, die nicht nach dir klingen.
Was der Maschine und dir hilft, ist eine Content-Strategie und Kontext über dich und dein Unternehmen.
Vorbereitung ist alles: Das Fundament für deinen AI-Workflow
Der 15-Minuten-Workflow funktioniert nur, wenn du vorher das Fundament gelegt hast. Das klingt nach Arbeit – und ja, das ist es auch. Aber diese 2-3 Stunden sparst du in den ersten Wochen locker wieder ein.
Und vor allem: Du weißt danach immer, worüber du schreiben sollst. Das ist Gold wert.
Schritt 1: Deine Kern-Themen definieren
Bevor ChatGPT für dich schreiben kann, musst du wissen: Worüber schreibst du überhaupt?
Die Antwort darauf sind deine Kern-Themen – die 3-5 großen Bereiche, über die du regelmäßig sprichst. Sie geben deinem Content Struktur und machen dich als Expertin erkennbar.
Wie findest du deine Kern-Themen?
Schau in deine letzten 20 LinkedIn-Posts: Worüber hast du geschrieben? Das sind vermutlich schon deine Themen – jetzt machst du sie nur bewusst. Ordne jedem Thema eine Häufigkeit bzw. Posting-Frequenz zu, dann kann dir die Maschine auch im Content-Ideen-Sparring passende Vorschläge liefern.
Schritt 2: Deine Brand Voice dokumentieren
Damit die Maschine klingt wie du – nicht wie ChatGPT – muss sie verstehen, wie du schreibst.
Das Minimum:
- Tonalität: Professionell? Locker? Humorvoll?
- Ansprache: Du oder Sie?
- Typische Formulierungen: Welche Sätze sagst DU oft bzw. sind Kern deiner Marke?
- No-Gos: Was sagst du NIE?
Der systematische Weg:
Unterziehe deine LinkedIn-Texte einer Schreibstilanalyse. Dokumentiere, was funktioniert. Und baue das systematisch auf – zum Beispiel mit Copywriting-Frameworks wie:
- AIDA (Attention, Interest, Desire, Action) – starker Einstieg, der Leser zum Engagement führt, funktioniert gut für Thought-Leadership-Posts
- PAS (Problem, Agitate, Solution) – Problem aufzeigen und Lösung präsentieren, ideal für Posts über Herausforderungen im Business-Alltag
Diese Frameworks können helfen, der Maschine den Textaufbau detaillierter zu beschreiben.
Lesetipp: Wie du deine Brand Voice systematisch erarbeitest, erfährst du im Artikel "KI Texte erstellen, die nach dir klingen".
Wichtig: Speichere deine Brand Voice als Dokument. Du wirst es nicht nur für LinkedIn brauchen – auch für Blogartikel, Newsletter, Website-Texte.
Schritt 3: Content-Plan erstellen
Hier kommt alles zusammen: Deine Kern-Themen + ihre Häufigkeit + die Kanäle, auf denen du postest.
Warum überhaupt vorplanen?
Weil es dir im Moment der Veröffentlichung das Nachdenken abnimmt. Du musst nicht mehr überlegen "Worüber schreibe ich heute?" – du schaust einfach in deinen Plan.
Nimm deine Kern-Themen, die Themenverteilung und die Posting-Frequenz und plane sie über die nächsten 4-8 Wochen ein - bzw. lass die Maschine das machen. ;-)
Praxis-Tipp: Halte 20% deines Plans flexibel für aktuelle Themen. Wenn dir montags etwas Spannendes passiert oder du eine Anfrage bekommst, die sich als Post eignet – dann nutze das. Strategie heißt nicht, auf einem starren Konstrukt zu beharren.
Schritt 4: Strategie und Brand Voice sichern
Bevor du loslegst: Speichere deine Strategie-Dokumente so, dass du sie immer wieder verwenden kannst.
Zwei Optionen:
- Als separate Dokumente (Word, TXT, Notion) – die du bei jeder Anweisung an die Maschine mitschickst
- In den Large Language Modellen – bei ChatGPT und Claude in "Projekten", bei Gemini als "Gems"
Diese Dokumente sind deine Begleitung zu jeder Anweisung.

Der 15-Minuten-Workflow
Wenn die Vorbereitung stimmt, klappt die Umsetzung rasch und zügig.
Schritt 1: Thema aus dem Plan nehmen
Du öffnest deinen Content-Plan. Heute dran: Kern-Thema 1. Das konkrete Thema steht schon da: "Warum Brand Voice wichtiger ist als Prompts".
Check. Weiter.
Schritt 2: Anweisung an die Maschine mit Begleitdokumenten / Unternehmenswissen
Jetzt kommt deine Strategie und Brand Voice ins Spiel.
Du öffnest ChatGPT (oder Claude, oder Gemini). Du rufst das entsprechende Projekt auf. Und gibst die Anweisung:
"Schreib mir einen LinkedIn-Post zum Thema: [dein Thema aus dem Plan]. Nutze meine Brand Voice und orientiere dich an meiner Content-Strategie."
Die Maschine hat alles, was sie braucht. Sie weiß, wie du schreibst. Sie kennt deine Zielgruppe. Sie versteht deine Strategie.
Schritt 3: Text feintunen
Im nächsten Schritt prüfst du, ob der Output deinen Ansprüchen genügt, änderst ab und kontrollierst ob alles seine Richtigkeit hat.
Vier Beispiel-Fragen zur Qualitätskontrolle:
- Klingt es nach mir?
- Bietet es echten Mehrwert?
- Faktencheck
- Ist die Handlungsaufforderung klar?
Schritt 4: Feintuning sichern
Hier passiert etwas Wichtiges, das oft übersehen wird:
Wenn du merkst, dass du immer wieder die gleichen Anpassungen machst ("Weniger Buzzwords", "Mehr ich-Perspektive"), dann notiere das. Speichere die Vorher / Nachher-Versionen des Textes ab. Stelle den Entwurf, den die Maschine ursprünglich geschrieben hat, deiner abgeänderten Finalversion in einer Analyse gegenüber und lass dies in dein Brand Voice Dokument einfließen.
So wird dein AI-Workflow über die Zeit immer besser.
Bonus-Tipp: Nutze LinkedIns Planungsfunktion. Schreib mehrere Posts in einer Session, plane sie für die ganze Woche. Spart nochmal Zeit.
Das bedeutet dieser Workflow für dich als Unternehmer*in
Vielleicht denkst du jetzt: "2-3 Stunden Vorbereitung? Das ist mir zu viel!“ Ich verstehe das. Aber: Diese 2-3 Stunden sparst du in den ersten 3 Wochen wieder ein. Danach läuft es wie geschmiert.
Es geht nicht nur um Zeitersparnis. Es geht um Klarheit.
Wenn du deine Strategie kennst, weißt du immer, WORÜBER du schreiben sollst. Du sitzt nicht mehr jeden Montag vor einem leeren Textfeld und grübelst. Du hast einen Plan. Du hast ein System.
Und für den spontanen Geistesblitz hast du 20% flexiblen Content eingeplant.
Strategie heißt nicht Starrheit. Strategie heißt: Du hast die Kontrolle.
ChatGPT macht, was es am besten kann: Dir die Schreibarbeit abnehmen. Nicht dein Denken. Nicht deine Strategie. Nicht deine Stimme.
Los geht’s: Deine nächsten Schritte
Phase 1: Fundament legen
- Definiere deine 3-5 Kern-Themen
- Analysiere deine Brand Voice
- Erstelle deinen ersten Content-Plan (4 Wochen)
- Speichere alles als Begleitdokumente
Phase 2: Erste Umsetzung 5. Schreib deinen ersten Post mit dem Workflow 6. Beobachte: Was funktioniert? Was nicht? 7. Optimiere deine Dokumente
Phase 3: Routine aufbauen 8. Alle 4 Wochen: Content-Plan aktualisieren 9. Nimm dir zwei bis drei Stunden an einem fixen Tag pro Woche für den Content der Folgewoche (je nach Anzahl der Kanäle, die du bedienst ;-)) 10. Laufend: Feintunings in Brand Voice einfließen lassen
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